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Ballindalloch/Craggenmore – Cromdale (16 km)

Vom Cragganmore Haus sind wir in 3 Minuten wieder auf dem Speyside Way. Der Spey fließt nun wieder auf der rechten Seite. Nach etwa 1km geht es links, entlang an einem Drahtzaun, ziemlich steil den Weg hinauf. Man verlässt nun den Wald und wandert durch das Sidhean na Faile Moire, ein Moorgebiet. Hier sind große Steine, über die man sehr gut laufen kann und keine nassen Füße bekommt. Der Charakter der Landschaft ändert sich nun, und man sieht schon in der Ferne ein paar Berge. Über die Wiesen hat man einen herrlichen Panoramablick. Man sieht die Tormore Distillery mit ihrem dicken Schornstein, auf die man später genau zu läuft. Der Weg macht wieder einen Linksbogen und vorbei an Distelfeldern geht es direkt auf die A95 zu, die man hier vorsichtig überqueren muss.

Zunächst führt der Weg einige hundert Meter parallel zu Strasse, dann geht es links über Wiesen in die Garvault Plantantion, einen schönen Wald mit sehr breitem Weg hinein. Etwas bergauf führt der Weg aber bald wieder steil bergab durch den Wald auf einem Trampelpfad. Er ist aber perfekt ausgeschildert, man kann nicht falsch gehen. An saftigen Wiesen (und schlammigen Viehweiden) überquert man den Burn of Garvault und den Burn of Coire Seileach. Hier liegen große Steine im Bach, man kann leicht darüber laufen. Nun geht es wieder steiler den Weg hinauf und man läuft um den Knock Frink (380m) herum.

Erst durch Wald, dann freies Gelände, hat man auch hier wieder einen sehr schönen Panoramablick. Bald geht es wieder berab und man nähert sich der Strasse. Hier wird es wieder etwas moorig, es liegen aber auch hier große Steine auf dem Weg – also kein Problem. Nun geht es durch den Meiklepark Wood zum Burn of Dalvey. Nachdem man die kleine Strasse überquert hat, wird der Weg wieder breiter und führt durch schönen Wald am Fuße des Tom an Uird (419m) entlang. Unterhalb befindet sich die A95 und durch die Bäume sieht man immer wieder den Spey.

Am Ausgang des Waldes überqueren wir die Hauptstrasse (take care!) und laufen nun wieder im schnurgeraden Bett der alten Bahntrasse über offenes Gelände. Man kommt hier durch ein Brutgebiet und fühlt sich ein wenig wie im Hitchkock Film “Die Vögel”. Nach wenigen Minuten sieht man schon die Häuser von Cromdale. Wie immer laufen wir in die wunderschön ausgebaute Old Station ein und haben unser Tagesziel erreicht.

Das Haus von Pam und Allan liegt direkt neben dem alten Bahnhofsgebäude. Es ist sehr modern eingerichtet. Wir werden sehr nett empfangen und bekommen auch ein Abendessen. Pam ist in Birmingham geboren, Allan ein (richtiger) Schotte. Am Abend machen wir noch einen kleinen Spaziergang durch die wenigen Häuser vom Cromdale (aber natürlich auch die obligatorische Destillerie) und geniesen dann von unserem Zimmer aus, einen herrlichen Sonnenuntergang.

Dalbriagha
Pam & Alan Brand,
Cromdale, PH26 3LQ
Phone: +44 1479 873803
Email: dalbriagha@btinternet.com
Website: http://www.dalbriagha.co.uk/

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Craigellachie – Ballindalloch/Craggenmore (19 km)

Von Craigellachie startet man in Richtung Südwesten wieder auf der ehemaligen Bahntrasse. Der Spey macht hier eine Schleife und führt ein kleines Stück vom Weg fort. Nach kurzer Zeit läuft man durch eine Röhre, in der man die Hauptstrasse unterquert. Nach etwa 30 Minuten Fußweg tauchen schon die ersten Häuser von Aberlour auf. Auf der linken Seite kann man die bekannte Keksfabrik WALKERS SHORTBREAD sehen und auch riechen. Rechts liegt die Kläranlage (auch die kann man riechen). Wir gehen links zwischen den Häusern durch, um noch etwas für unseren Weg einzukaufen. Hier ist nämlich die letzte Gelegenheit, Lebensmittel zu kaufen – bis Cromdale gibt es keine Möglichkeit. Aberlour hat etwa 900 Einwohner und wurde 1812 durch den Gutsherrn Charles Grant of Wester Elchies gegründet. Die breiten Strassen werden von hübschen Häusern mit gepflegten Gärten gesäumt. Vor einigen jahren hat der Ort einen Preis als schönste Stadt Schottlands gewonnen.

ir gehen am neu eröffneten Speyside Visitor Centre durch den Alice Litter Parc in Richtung Penny Bridge. Eigentlich heißt diese Brücke ja Victoria Bridge, da aber der damalige Grant of Wester Elchies von jedem Benutzer einen Zoll verlangte, heißt sie im Volksmund eben Penny Bridge. Der Weg führt aber links weiter. Man kann den schönen Friedhof von Aberlour bewundern, läuft dann über eine kleine hölzerne Hängebrücke wieder zurück ins alte Gleisbett.

Nach etwa 4km gelangt man zu den rechts liegenden Aufbereitungsanlagen der Destillerie Dailuaine und bald dahinter an die ehemalige Haltestelle der Eisenbahn. Dieser Haltepunkt ist zu einem sehr schönen Rastplatz umgebaut worden. Links neben dem Haltepunkt führt eine Strasse steil bergauf, auf der man zur Destillerie Dailuaine gelangt. Dieser kleine Abstecher lohnt sich. Hier wird vor allem Whisky für Johnnie Walker hergestellt.

Zurück auf dem Weg gelangt man nach einiger Zeit über die Bridge of Carron in das gleichnamige Örtchen. Jetzt liegt der Spey auf der linken Seite. Natürlich hat auch Carron eine Destillerie. Die Imperial Distillery wurde 1897 gegründet und liefert den Whisky für Ballentines. Sie kann nicht besichtigt werden, der Speyside Way führt direkt am Betriebsgelände vorbei wieder in waldiges Gebiet. Auf diesem Abschnitt des Weges sind sehr viele Bänke aufgestellt und man kann immer wieder den Blick auf den Fluß geniessen.

Carron Imperial Distillery

 

Vorbei an einigen grauen Häusern, den Imperial Cottages, geht es immer parallel zum Spey weiter. An der Brücke über den Ballintomb Burn machen wir einen Abstecher. Wir verlassen den Weg und gehen rechts hinauf, vorbei an einigen Häusern in Richtung Hauptstrasse B9102. Von hier kann man schon die Häuser von Cardow sehen. Wir freuen uns auf die Cardhu Distillery mit ihrem Besucherzentrum, werden aber schon am ersten Hinweisschild, das im typisch leuchtenden Johnny-Walker-Rot darauf hinweist – am Wochenende geschlossen – enttäuscht. Trotzdem gehen wir durch die Siedluung und machen wenigstens ein paar Fotos – von außen.

Carduh Distillery

An dieser Stelle möchte ich einmal darauf hinweisen, dass in vielen Lebensmittelgeschäften/Post Office Informationsmaterial über die Region ausliegt. Hier gibt es Faltblättchen, in der auch die Destillerien beschrieben sind. Mit Voranmeldung kann man die meisten Destillerien auch besichtigen, allerdings nur zu bestimmten Jahreszeiten. Die größeren haben ein Besucherzentrum, die Öffnungszeiten stehen dann auch dabei. Diese sind aber auch von der Jahreszeit (Saison) abhängig.

Etwas traurig machen wir uns wieder zurück auf den Speyside Way. Die nächste Destillerie, an der wir vorbeikommen ist Knockando. Wenige 100m später wandern wir in den alten Bahnhof von Tamdhu ein. Das Bahnhofsgebäude ist frisch renoviert, steht aber leer. Dahinter riecht man schon die etwas moderner aussehende Tamdhu Distillery. Der Weg zieht sich ein wenig, bis wir am Haltepunkt Blackboat ankommen. Auch dieser alte Bahnhof ist hübsch renoviert. Vor dem Bahnhof ist ein Stück frisch gemähter Rasen, wo man sein Zelt aufstellen kann. Ausser einer Wasserstelle gibt es hier aber keine Toiletten.

Der Weg führt nun wieder dicht am Ufer des Spey entlang. Nach gut 2 km erreicht man die eindrucksvolle Eisenbahnbrücke über den Fluß. Sie wurde 1863 gebaut und ist ein historisches Denkmal. Nach der Brücke läuft man in den alten Bahnhof von Ballindalloch ein. Auch hier besteht die Möglichkeit, ein Zelt aufzuschlagen, es gibt auch ein Bunkhouse. An dieser Stelle teilt sich auch der Speyside Way – man kann den Weg weiter nach Tomintoul laufen. Wir laufen aber weiter in Richtung Aviemore und kommen nach wenigen hundert Metern zu unserem Ziel : Craggenmore. Diese kleine Ortschaft hat außer der Destillerie fast nichts zu bieten. Fast – denn unsere Unterkunft – das Craggenmore Haus – hat Flair.

Erbaut im Jahre 1873 vom Gründer der Graggenmore Distillery, empfangen uns Tony und Helen Alcott. Man fühlt sich ins vorige Jahrhundert zurück versetzt, natürlich mit dem Komfort von heute. Der Ausblick aus dem Zimmer ist herrlich und man kann den Schornstein der Destillerie auch sehen. Das Haus hat seinen ganz besonderen Reiz und wir fühlen uns hier sehr wohl.

CRAGGANMORE House
Mrs Helen Allcott,
Ballindalloch, Banffshire, AB37 9AB
Phone: +44 1807 500359
Email: helen.allcott@cragganmore-house.com
Website: http://www.cragganmore-house.com/

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Edinburgh pt. II

Die Leser von The Guardian und The Observer sind sich seit sechs Jahren einig: Edinburgh ist die beliebteste Stadt Großbritanniens. Das muss wohl auch daran liegen, dass in Edinburgh das Herz Schottlands “schlägt!” Das gepflasterte Herz vor der High Kirk of St. Giles auf der Royal Mile spricht jedenfalls dafür. Aber auch im übrigen Edinburgh werden Sie sich an stattlichen und historisch wertvollen Bauten in jedem Fall kaum satt sehen können.
Sie werden schnell spüren, dass das Herz Schottlands nicht nur für die Edinburgher, sondern auch für seine Besucher schlägt: Bei einem Café – oder Pubbesuch werden Sie die berühmte schottische Freundlichkeit kennen lernen – da bestellt man gerne ein zweites Tässchen Tee bzw. Gläschen Whisky und lauscht den neuesten Neuigkeiten aus einheimischer Quelle.


Tauchen Sie ein in die schottische Hauptstadt und entdecken Sie all ihre Facetten! Dazu gehören neben dem majestätischen Schloss hoch oben über der Stadt und der zum Spaziergang einladenden Royal Mile in der Old Town natürlich auch viele bunte Geschäfte, gemütliche Cafés und alteingesessene Pubs in der New Town – oder wie wäre es mit einer Runde Bergsteigen im Zentrum? Oder einem außergewöhnlichen Stadtrundgang mit Gänsehaut-Garantie?

Eines steht in jedem Fall fest: Edinburgh ist einfach unglaublich vielseitig! Kunstbegeisterte und Shoppingsüchtige kommen genauso auf ihre Kosten wie Abenteuerlustige oder Nachteulen. Und für alle Besucher gilt: Sie werden bestimmt wiederkommen! Denn auch, wenn Sie denken, Sie hätten schon alle Museen besucht oder sämtliche Festivals genossen, Edinburgh wird Sie immer und immer wieder mit spannenden Neuigkeiten überraschen.

Geheimtipp

Zum Sonnenuntergang auf den Calton Hill. Hier bietet sich das schönste Panorama von Edinburgh. Man blickt auf die Princess bzw. Waterloo Street und findet gerade dieses Bild auf unzähligen Postkarten wieder. Hier steht auch das 30m hohe Nelson Monument, das an den Sieg des Admirals über die vereinigte spanisch-franz. Flotte nahe dem Kap Trafalgar erinnert.

 

Edinburgh

Edinburgh gehört zu den schönsten und besterhaltenen alten Städten in Europa – und ist eine der ältesten Residenzstädte. Der Legende nach rührt der Name von jenem angelsächsischen König Edwin, der hier im 7. Jahrhundert eine erste Burganlage errichtet hatte. Noch heute beherrscht der Burgberg mit seinen spätmittelalterlichen Festungsmauern und Türmen die Silhouette der schottischen Hauptstadt, und immer noch scheint »Mons Meg«, die mächtigste Kanone des 15. Jahrhunderts, das friedliche Treiben der Unterstadt zu bedrohen. Von der Burg aus führt der Weg über die Royal Mile zum Holyrood Palace. Ursprünglich Gästehaus eines Klosters, dann zu Beginn des 16. Jahrhunderts zu einem Palast umgebaut, ist der Name des Schlosses für alle Zeiten mit dem tragischen Schicksal Maria Stuarts verknüpft. Schon Fontäne spürte ein Erschauern angesichts jener engen Kammer, in welcher der italienische Vertraute der Königin, Rizzio, erdolcht worden war.

Die mittelalterliche Altstadt und die georgianische New Town, die sich zwischen den Vulkanstotzen von Castle Rock, Arthur’s Seat und Calton Hill ausbreiten, sind Zeugen einer Stadtgeschichte der Gegensätze. Die engen Höfe, die steilen, gewundenen Gassen und hoch aufragenden Häuser der Altstadt rufen die Erinnerung an das dicht besiedelte Edinburgh des Mittelalters wach, als Tausende Schornsteine ihren schwarzen Rauch ausstießen – wovon sich der alte Spitzname Auld Reekie (Old Smokey) für die Stadt ableitet. Ganz anders die New Town mit hellen, luftigen Plätzen, großzügigen Boulevards, eleganten Häuserzeilen und gepflegten Gärten für die Wohlhabenden. Trotz der Hügel lässt sich Edinburgh am besten zu Fuß erkunden. Überall bieten sich atemberaubende Blicke, und im Sommer ist die Stadt eine einzige Grünanlage, von den großen, offenen Princes Street Gardens zu den umschlossenen Gärten der New Town oder den kleinen versteckten Ecken der Altstadt. Die Architektur der Siebzigerjahre hat mit Ausnahme der Princes Street in Edinburgh kaum Einzug gehalten. Versuchen Sie am besten, sich die Gebäude ohne die hässlichen Betonkästen, die sie umschließen, vorzustellen. Die Stadt wird vom Schloss beherrscht, das hinter allen Gebäuden hervorlugt, sich vor der untergehenden Sonne abzeichnet oder über der Princes Street aufragt. In Edinburgh mit seiner Vielzahl an Cafes und Pubs in der Royal Mile, Spitzenrestaurants und einem lebendigen Nachtleben rund um Grassmarket und Cowgate ist immer was los. Im August, wenn das Edinburgh International Festival mit seiner verblüffenden Auswahl an Aufführungen und Ausstellungen Tausende von Besuchern anzieht, scheint die Stadt förmlich zu explodieren. Mit Straßentheater, Straßenmusikanten und Ständen mit Kunsthandwerk ergießt sich das Festival über die ganze Stadt.

Aviemore – Edinburgh

Am Morgen nehmen wir den Bus nach Edinburgh. Er fährt an der Police Station, genau an der Hauptstrasse ab. Der Fahrpreis beträgt (bei Bezahlung im Bus) 14,50 GBP, die Fahrzeit beträgt 3,5 Stunden bis Edinburgh Bus Station St. Andrews Square.

Scottish Citylink

mit dem Bus von Aviemore Police Stn Layby nach Edinburgh gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Service 957 direkt nach Edinburgh St Andrew Sq
  • Service 997 direkt nach Edinburgh St Andrew Sq
  • Service 995 nach Perth, umsteigen in
    Service 991 bis Edinburgh St Andrew Sq oder
    Service 967 bis Edinburgh St Andrew Sq

Edinburgh gehört zu den schönsten und besterhaltenen alten Städten in Europa – und ist eine der ältesten Residenzstädte. Der Legende nach rührt der Name von jenem angelsächsischen König Edwin, der hier im 7. Jahrhundert eine erste Burganlage errichtet hatte. Noch heute beherrscht der Burgberg mit seinen spätmittelalterlichen Festungsmauern und Türmen die Silhouette der schottischen Hauptstadt, und immer noch scheint »Mons Meg«, die mächtigste Kanone des 15. Jahrhunderts, das friedliche Treiben der Unterstadt zu bedrohen..

Hier endet unsere erste Schottland-Reise und wir fliegen morgen nach Köln/Bonn zurück.

Ramada Mount Royal
53 Princess Street
Edinburgh, Lothian, EH2 2DG
Phone: +44 8457 581 811
Email: reception@jarvis-edinburgh.activehotels.com
Website: http://www.jarvis-edinburgh.activehotels.com/

 

Literatur und Karten

Speyside Way von Hartmut EngelSchottland: Whisky Trail. Speyside Way von Hartmut Engel
Von Destille zu Destille – Auf neun Etappen von etwa 5 bis 10 km Länge führt der Autor Hartmut Engel den Reiselustigen durch die berühmteste Whiskyregion Schottlands, vorbei an zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Ruinen, grandiose Ausblicke und eine fast unberührte Natur erschließen sich auch ungeübteren Wanderern.

Speyside MapThe Speyside Way
The Speyside Way von Jacquetta Megarry, Jim Strachan Rucksack Readers (März 2002) Spiralbuch (english)

Harvey Speyside Way MapHARVEY Speyside Way
144km (90 miles) from Aviemore to Buckie, via Nethybridge, Grantown and Fochabers, with a spur to Tomintoul. Shows the entire route on one sheet. 1:40 000

sehr empfehlenswert, da viele Angaben z.B. auch über Sehenswürdigkeiten, Einkaufsmöglichkeiten usw.

Nethy Bridge – Aviemore (17 km)

Wir starten zu unserer letzten Etape nach Aviemore. Der Speyside Way führt durch Nethy Bridge hindurch, erst parallel zur Strasse, dann rechts in den Wald hinein. Dieser Wald ist am Anfang sehr eigenartig, da riesige Flächen durch umgestürzte Bäume usw. sehr unaufgeräumt erscheinen. Aber gerade das will man bezwecken – diese unberührte Natur dient zahlreichen Tierarten als Lebensraum.

Der Weg führt nun leicht steigend wieder durch herrliche Moorwiesen und Heidelandschaft. Am Ausgang des Waldes überquert man die Strasse (B970) und läuft neben der Strasse nach Boat of Garten bis in den Ort hinein. Kurz nach dem Ortseingang überquert man den Spey über eine moderen Stahlbrücke (früher war hier eine alte Holzbrücke). Nach einigen Meter geht der Weg hinter einem Golfclub links hinauf. Auf der rechten Seite kann man nun schon den alten Bahnhof von Boat of Garten sehen.

Dieser alte Bahnhof war früher der Kreuzungspunkt zwischen der Great North of Scotland Railway und der Highland Railway. Er ist sehr schön renoviert und vermttelt das Flair vergangener Tage. Die Fahrkarte kauft man im Ticket Office und erhält eine kleines grünes Pappkärtchen (Day Single – 3rd Class)… Mit der Strathspey Steam Railway fahren wir nun in 15 Minuten nach Aviemore.

Im, 1998 wunderschön renovierten, Bahnhof von Aviemore – Platform 3 – kommen wir an und haben – zugegeben ein wenig geschummelt – unser Ziel erreicht. Hier ist der End- und natürlich auch der Startpunkt des Speyside Way. Aviemore ist ein sehr geschäftiges Dorf am Spey und hat einiges zu bieten. Viele Geschäfte, Freizeit- und Unterhaltungsmöglichkeiten, aber trotzdem eine ländliche Atmosphäre. Am Fuß der Cairngorm Mountains ist es ein idealer Ausgangspunkt auch für Bergwanderungen. Wir finden schnell unsere Unterkunft – das Ardlogie Guest House, wo uns Michael herzlich empfängt.

Ardlogie Guest House
Michael Willies,
Dalfaber Road
Aviemore , Inverness-shire, PH22 1PU
Phone: +44 1479 810747
Email: ardlogie.aviemore@btopenworld.com
Website: http://www.ardlogie.co.uk/

 

 

 

Cromdale – Nethy Bridge (15 km)

Wir schlüpfen durch das Gartentor und sind schon wieder auf dem Speyside Way. Vorbei an der alten Bahnstation führt der Weg nach rechts (Boat of Cromdale). Rechts vor der alten Stahlbrücke ist ein wunderschöner alter Friedhof zu besichtigen. Wir gehen danach über die Brücke und halten uns links, wo der Weg zunächst parallel zu einem Bach entlang führt. Nun gelangt man zum Port Wood, der vom Anagach Wood abgelöst wird.

Am Endes des Waldes liegt ein Golfplatz und man stösst kurz danach auf Grantown-on-Spey. Dieser kleine Ort lebt wieder und wir nutzen die Möglichkeiten zum Einkaufen. Nach dieser Rast geht es zurück auf den Weg, der zunächst durch waldiges Gelände, dann auf der Strasse durch eine Siedlung führt. Hinter einem Parkplatz kommt man auf die Old Spey Bridge zu. Hier kann man wieder etwas verschnaufen und den schönen Blick auf den Spey nach beiden Seiten geniessen.

Es geht über die Brücke, dann leicht bergauf und man überquert wieder vorsichtig die A95. Auf der anderen Strassenseite liegt das Spey Valley Smokehouse. Man riecht, hier wird noch immer frischer lachs geräuchert und es gibt ein Besucherzentrum. Natürlich kann man hier auch Lachs kaufen. Wir gehen weiter und laufen nun immer parallel zum Fluss durch Wald. Hier kann man sehr viele Lachsfischer sehen, die in ihren wasserdichten Hosen tief im Spey stehen.

Man verlässt den Wald und läuft über Farmgelände der Balliefurth Farm. Diese Farm wurde von der EU ausgezeichnet. Am Wegesrand stehen viele Tafeln über die dort lebenden Vögel und Tiere (sehr informativ). Immer vorbei an den typischen gelben Büschen des Stechginster schlängelt sich der Weg. Nach etwa 2km erscheint auf der linken Seite die Ruine von Castle Roy. Ob sich der Abstecher lohnt weiß ich nicht, wir sind weiter nach Nethy Bridge gelaufen. Auch hier endet unsere Etappe wieder im alten Bahnhof, der Nethy Bridge Station. Der Weg führt weiter in den Ort hinein, unser Hotel liegt auf der linken Seite.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es keinen Sinn macht, in teuren Hotels zu übernachten. Unsere B&B Zimmer hatten den gleichen, wenn nicht sogar höheren Standard. Das Frühstück war mindestens genauso gut, man kommt mit den Menschen in Kontakt – und vor allem es ist viel preiswerter !

Nethybridge Hotel
Nethybridge, PH25 3DP
Phone: +44 1479 821 203
Email: reception@nethybridgehotel.activehotels.com
Website: http://www.nethybridgehotel.activehotels.com/

 

 

Craigellachie – Dufftown – Craigellachie (12 km)

Eigentlich wollten wir ja nach Dufftown laufen, aber es hat so geregnet…
Also beschlossen wir, den Bus zu nehmen. Innerhalb weniger Minuten standen wir so am Clock Tower in Dufftown.

Dufftown wurde 1817 von James Duff, dem vierten Earl of Fife, gegründet. Der Ort hieß zunächst Balvenie und wurde später zu Ehren seines Gründes umgenannt. Dufftown gilt als Hauptstadt des Malt Whisky. Ende des letzten Jahrhunderts gab es insgesamt 7 Diestilerien im Ort, worauf sich der bekannnte Spruch gründet: “Rome was built on seven hills, Dufftown stands round seven stills” . Heute sind es wieder 7, obwohl im Laufe der Zeit einige schließen mussten, aber auch neue Brennerein wieder eröffnet wurden.

Sehenswert ist auf jeden Fall die Mortlach Parish Church. Sie geht wahrscheinlich auf eine Gründung des Heiligen Moluags im Jahre 566 zurück. Die Kirche selbst ist zwar noch sehr jung, sie wurde erst 1876 erbaut und 1931 erweitert – es sind aber ältere Gebäudeteile erhalten, die zum Teil 1000 Jahre und älter sind. Der Friedhof ist einen Blick wert. Viele alte Steine stammen aus dem 18 Jahrhundert.

Unweit der Destillerie Glenfiddich liegt die Ruine des Balvenie Castle. Die Burg stammt aus dem 13. Jahrhundert.Neben König Edward I. von England beherbergte sie u.a. Mary, Königin von Schottland und den mächtigen Marquis von Montrose. Über viele Jahre hinweg war sie eine der wichtigsten Burgen der Stewarts.

Wo immer auf der ganzen Welt eine Flasche Glenfiddich Single Malt Scotch Whisky genossen wird, sie begann ihr Leben hier und wurde mit Methoden erzeugt, die sich über mehr als ein Jahrhundert kaum verändert haben. Im Herbst 1886 kaufte William Grant ein Stück Land im Tal des River Fiddich. Hier erbaute er mit seiner Familie die Glenfiddich Destillerie buchstäblich mit eigenen Händen. Sie arbeiteten lang und hart, um sich ihren Traum zu erfüllen. Am Heiligen Abend des Jahres 1887 floß schließlich der allererste Glenfiddich Whisky aus den Brennblasen. Das kristallklare Wasser aus der Quelle “Robbie Dhu”, die Gerste, die reine Luft der Highlands und die ungewöhnlich kleinen Brennblasen brachten einen unübertrefflichen Single Scotch Malt Whisky hervor – wie es sich William Grant erhofft hatte.

Nach dem ausgiebigen Besuch der Glenfiddich Destillerie machten wir uns wieder zurück auf den Speyside Way. Vorbei an der Balvenie Distillery und der neuen Kininvie Destillery kommt man zur Old Station Dufftown. Man folgt nun wieder der alten Trasse der Strathspey Railway. Immer wieder sieht man den Fiddich und die umliegenden schönen Hügel und Wiesen. Der Fiddich wird an der Newton Bridge überquert. Zielpunkt ist wieder Craigellachie, was man am Fiddich Parc erreicht hat. Hier war bisher das Speyside Visitor Centre, welches aber 2005 nach Charlstown of Aberlour umgezogen ist.

Wir machen noch eine kurzen Abstecher zur Speyside Cooperage, die etwas ausserhalb von Craigellachie an der A941 liegt. Das ist die Strasse, die auch der Bus nach Dufftown fährt. Unterwegs stößt man auf die Craigellachie Distillery, die vor allem Whisky zum Blenden produziert. Diese Brennerei wurde 1891 gegründet. Besichtigt werden kann sie allerdings nicht.

Also weiter an der Strasse in Richtung Dufftown – und schon von weitem sieht man die riesigen Lagerplätze mit den bunten Fässern. Die Cooperage ist seit 3 Generationen im Familienbesitz und stellt jährlich mehr als 100.000 Whiskyfässer her bzw. repariert sie. Im modernen Besucherzentrum kann man alles über das alte Handwerk des Fassbinders lernen.

Bridge View B&B
Mrs Bev Croy,
Leslie Terrace
Craigellachie, AB38 9SX
Phone: +44 1340 881376
Email: bridgeview@talk21.com
Website: http://www.visitcraigellachie.com/

Fochabers – Craigellachie (21 km)

Wir starten am Morgen in Fochabers und laufen die West Street hinauf, die zu einem Rondell führt. Der Weg ist markiert und führt links auf einem schmalen Pfad in Richtung Südwesten, an einer Schule vorbei. Über einen kleinen Abstieg gelangt man an einen Bach, dem man entlang durch wild-romatisches Gelände (alte Bäume und viele Wildpflanzen) folgt. Bald gelangt man aber wieder auf eine schmale, asphaltierte Strasse, die man, anfangs leicht steigend, bis nach Boat o’ Brig benutzt.

Durch Wald und Wiesen mit Schafen vorbei kommt man auf einen Parkplatz zu. Von hier geht es rechts hoch in den Wald hinein, zu einem schönen Aussichtspunkt: Earth Pillars. Von dort oben hat man einen wunderschönen Blick auf das Tal des Spey.

Nach dieser kurzen Verschnaufpause geht es wieder zurück zur Strasse, wo es bald ziemlich steil in einer Rechtskurve nach unten geht. Man überquert einen kleinen Bach und dann geht es sogleich wieder ziemlich steil berauf. Hier kommen wir zum ersten Mal ein wenig ins Schwitzen. Aber wieder oben angelangt, wird man von einem herrlichen Blick über Weiden und Farmland bis hin zum Meer entschädigt.

Die Strasse ist nun der Weg und es geht durch Wald bis nach Boat o’ Brig. Ein kurzer steiler Weg führt zu einer Brücke über den den Burn of Mulben, man geht durch einen Tunnel direkt auf die Autobrücke über den Spey zu. Vor der Brücke geht es links ein paar Stufen auf dem Speyside Way in den Wald hinein.

Boat o’ Brig scheint nur aus der Brücke zu bestehen, denn weitere Häuser findet man hier nicht. Früher gab es hier mal eine Fähre über den Fluß.

Hat man die Steigung hinter sich gelassen, bietet sich ein schöner Blick auf die Stahlkonstruktion über den Spey, das Speytal und man kann schon in der Ferne den aufsteigenden Rauch der Destillerie Glen Grant erkennen. Bis dahin ist es aber noch ein gutes Stück Fußweg. An einem verlassenenen Hof vorbei führt der Weg bald nach links über einen Feldweg und später wieder nach rechts in den Wald hinein. Hier stehen einige Warnschilder, da man sich auf dem Gelände des Gun Club befindet. Also, auf dem Weg bleiben (es wurde wirklich geschossen!).

Immer wieder sieht man den Rauch der Glent Grant Distillery, die Distillery Rothes und rechts unten den Spey. Der Weg ist hier sehr schön, auch wenn es zwischendurch schon einemal ziemlich berauf geht. Am höchsten Punkt ist eine Bank, wo man sich erholen kann. Von hier oben hat man einen sehr schönen Blick auf den Spey, der sich zum Meer, das man noch sehen kann.

Es geht wieder berab und man erreicht am Ende des Waldes wieder eine asphaltierte Strasse, der man einfach folgt. Es geht nun durch einen herrlichen Laubwald, der sich bald lichtet und man an riesigen alten Eichen und Buchen vorbei kommt. Diese Bäume sind sehr beeindruckend. Nach einem etwas vornehmen (strictly private) Landhaus kommt man auf eine kleine Brücke (Macdowll Bridge). Von der nun bald folgenden Weggabelung hat man einen sehr schönen Blick auf Craigellachie. Man kann schon den Schornstein der Distillery sehen und weiß, dass man es bald geschafft hat…

Immer der Strasse folgend gelangt man dann direkt zum Fluß Fiddich und dem Old Fiddichside Inn. Über die steinerne Brücke kommt man zum Fiddich Parc, wo wieder Informationstafeln des SpeySide Way stehen. Von hier sind es nur noch wenige Minuten bis wir unsere Unterkunft erreicht haben. Von weitem schon sehen wir das Schild “Bridge View B&B”, es geht rechts viele kleine Stufen (nach diesem langen Weg zu viele…) hinauf und wir stehen direkt vorm Haus.

Bridge View B&B
Mrs Bev Croy,
Leslie Terrace
Craigellachie, AB38 9SX
Phone: +44 1340 881376
Email: bridgeview@talk21.com
Website: http://www.visitcraigellachie.com/

 

Portgordon – Fochabers (16km)

Portgordon ist ein kleiner Hafenort, der 1797 vom 4th Duke of Gordon gegründet wurde und früher rege Handelsbeziehungen zu den Ländern an der Ostsee hatte. Von hier wurden Getreide und Fisch verfrachtet und Kohle und Salz eingeführt. Der kleine Hafen ist heute versandet.

Unser Weg beginnt direkt vorm Haus und führt uns an der Strasse entlang aus dem Ort heraus. Zunächst geht es immer am Meer entlang, bis die Strasse eine Linksbiegung macht und das Hinweisschild “Speyside Way” erscheint. Hier steht man vor einer der vielen Informationstafeln über den Speyside Way, die an den größeren Etappenabschnitten aufgestellt sind. Oft findet man an solchen Tafeln auch aktuelle Hinweise über den Streckenabschnitt (z.B. Sperrungen wegen Hochwasser) oder aktuelle Informationen über den Ort.

Wir steigen durchs erste Tor und befinden uns nun auf der ehemaligen Bahntrasse, die 1886 eröffnet und 80 Jahre später wieder geschlossen wurde. Der Weg führt zunächst schnurgerade durch Wiesen und herrlich gelbblühende Stechginsterhecken. Nach einer scharfen Rechtskurve erreicht man den Wald. Der Weg schlängelt sich nun durch waldiges Gelände, an einem Golfplatz vorbei, bis die ersten Häuser von Spey Bay auftauchen. Nur ein Hotel und wenige Häuser, schon kommt man direkt aufs Meer zu. Am Parkplatz vorm Tugnet Ice House machen wir unsere erste Rast.

 

Hier befindet sich ein Informationszentrum (Wild Life Center) und das Museum Tugnet Ice House, wo die Geschichte des Lachsfangs und die Verarbeitung des Fisches gezeigt wird. Das Ice House selbst diente im vorigen Jahrhundert der Lagerung von Fisch. Diese tief in die Erde gebauten Häuser, mit dicken Torfschichten überzogen, hielten das im Winter eingelagerte Eis bis in den nächsten Herbst.

Es beginnt zu regnen und wir machen uns auf den Weg – zunächst ein etwas unbefestigter, der bald in einen breiteren sehr gut ausgebauten Wanderweg übergeht. Nach kurzer Zeit stößt man auf den Spey, an dem man nun entlang läuft. Es geht flußaufwärts, durch schönen Kieferwald hindurch, bis man wieder auf den Spey trifft. Hier kann man viele Lachsangler beobachten, die bis zum Bauchnabel im Wasser stehen und ihre Angeln in gekonnten Schwüngen auswerfen.

Man läuft wieder im Wald, hört aber ab und zu schon ein Auto auf der nicht weit entfernten Hauptstrassse nach Fochabers. Rechts fließt der Spey und nach kurzer Zeit gelangt man an zwei Brücken – Eine alte und eine neue Autobrücke. Hier merken wir, dass wir eigentlich viel zu schnell sind. Also machen wir einen kleinen Abstecher auf die Stasse hoch, über die Brücke der A96 zum Besucherzentrum der Lebensmittelfabrik BAXTERS OF SPEYSIDE. Baxters ist für seine Marmeladen und Suppen weit über Schottland hinaus bekannt.

Wieder zurück auf dem Weg, erreicht man nach einem kurzen Waldstück ein Sportgelände (auf der linken Seite) und man sieht schon den Kirchturm von Fochabers. Rechts sieht man den Spey mit kleinen Inseln – der Weg führt linkerhand genau in den Ort hinein.

Fochabers zählt mit etwa 1500 Einwohnern zu den größten Orten am Speyside Way. Schnell finden wir unsere Unterkunft, die Red Lion Tavern, die direkt an der Hauptstrasse liegt. 5 nagelneue Zimmer befinden sich im Hinterhof des Pubs, sehr sauber mit Dusche, WC, TV usw. B&B kostete hier im double-en-suite 22,50 GBP (pppn).

Red Lion Tavern
56-67 High Street,
Fochabers, IV32 7DU
Phone: +44 1343 820455, Fax: +44 1343 821975
Email: scottarif@aol.com
Website: http://www.redlionfochabers.co.uk/

 

 

 

 


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