KATEGORIE / UK/Schottland

Farewell London

Heathrow


Anflug auf Frankfurt

Brompton Cemetery, Hide Park, Themse

Chelsea/Fulham Broadway
Frühstück Market Hall Fulhalm
Brompton Cemetery
Hide Park
Lambeth Bridge
Weg an der Themse zurück zur London Bridge

The Minories Craft Beer and Ales Pub
64-73 Minories, London EC3N 1JL, Vereinigtes Königreich

Borough Market, Camden Town Market, Picadilly Circus – Queens Theatre

Leadenhall Market
Monument
Borough Market
Camden Town / Market
Picadilly Circus / Queens Theatre -Les Miserables

Old Spitalfield Market, Brick Lane und Lamb Street

Frankfurt – Heathrow

Es ist mal wieder soweit. Seit fünf Jahren verbringe ich jährlich einige Tage in London. Ich liebe diese Stadt – diese City with the Buzz. Aber ich möchte hier nicht leben. In diesem Jahr fahre ich mit Katrin hierher, will ihr meine Wege, meine Ecken zeigen. Es wird keine London-Standardtour – das haben wir vor 18 Jahren schon gemacht – damals war der Eintritt in St.Pauls z.B. noch kostenlos….
Wir parken unser Auto in Darmstadt und laufen zum Airliner am Hauptbahnhof (der Fahrpreis ist die letzten Jahren kontinuierlich um 10-20 Cent gestiegen) und sind wenige Minuten später schon in Frankfurt Terminal 1. Das Gate ist noch nicht festgelegt, wir checken aber schon unser Gepäck ein. Die Sicherheitskontrolle geht erstaunlich schnell, nur an der (manuellen) Passkontrolle bildet sich eine kleine Schlange – weil die Automaten der ePass-Terminals nicht funktionieren 
Wir haben noch genügend Zeit zu frühstücken und eine Flasche teures Mineralwasser (ab 4,50€) zu kaufen. Es sollen mittlerweile auch schon international übliche Trinkbrunnen existieren – aber wir haben keinen gesehen (allerdings auch nicht explizit danach gesucht)
https://www.fraport.de/content/fraport/de/unternehmen/medien/newsroom/service-news1/20171/trinkbrunnen–flaschenfuellstationen-und-warmwasserspender-.html



Airliner Darmstadt Hbf -> Frankfurt/M. Airport 8.70 €
10:00 Frankfurt/Main International (FRA) Lufthansa LH904 162.24 €
10:40 London Heathrow (LHR)


Picadilly Line -> City Center (Oyster Card of-peak 3.10 GBP)


Unser Flug hat etwas Verspätung, da der Flieger schon verspätet ankommt. Gegen 11 Uhr (Ortszeit) landen wir in Heathrow, warten ein paar Minuten an der Gepäckausgabe und machen uns dann auf den Weg zur Underground Station. Schnell noch die Oyster-Card aufgeladen und schon sitzen – nein – stehen wir – in der Piccadilly Line Richtung London City. In South Kensingthon wechseln wir in die Circle Line bis Aldgate. Von hier aus sind es nur noch wenige Schritte bis zu unserem Hotel, was wir gegen 14 Uhr erreichen.



Motel One Tower Hill
24-26 Minories, London EC3N 1BQ, Vereinigtes Königreich
Tel: +44 20 7481 6420
Email: london-towerhill@motel-one.com
Web: https://www.motel-one.com/de/hotels/london/hotel-london-tower-hill/
119 GBP (133,84 € per night)


Wir können (erwartend, da Check-In erst ab 15 Uhr) noch nicht ins Zimmer, checken aber ein und stellen unser Gepäck ein.
Also – auf in die erste Runde. Wir laufen zunächst die Commercial Street hinauf zum Petticoat Lane Market. In den Straßen wird viel Kleidung angeboten, sicherlich keine Qualität aber es ist sehr bunt hier. In einigen Rezensionen hab ich gelesen, dass dieser Markt sehr nachgelassen hat. Diesen Eindruck hab ich auch, allerdings gibt es hier schon viele leckere Dinge zum Essen. Es riecht nach orientalischen und vor allem nach asiatischen Gewürzen. Es ist noch früher Nachmittag und daher sieht man hier auch viele Banken aus dem benachbarten Viertel, die hier ihr Lunch haben oder schon ihr erstes Pint zischen…

Wir sparen uns unseren Appetit auf und laufen weiter zum Old Spitalfields Market. Die im Jahr 1876 erbaute viktorianische Markthalle zählt zu den bedeutendsten ihrer Art in London und befindet sich inmitten der Kopfsteinpflastergassen zwischen Brick Lane und Bishopsgate – einen Markt gab es an dieser Stelle bereits im 17. Jahrhundert. Es ist sicherlich nicht das Highlight der Märkte in London, aber wirklich ganz nett. Man findet auf jeden Fall etwas Interessantes zum Essen – wir haben Japanisch probiert – viele kleine Stände bieten hier leckere Spezialitäten an. Neben Kitsch und Krempel wird auch viel handgefertigter Schmuck, Dekoartikel oder andere ausgefallene Sachen wie z.B. lustige Socken verkauft. Es gibt Second-Hand-Läden wo man alles mögliche, selbst Kreuzritterhemden kaufen kann. Spitalfield Market ist auch an Regentagen eine tolle Alternative, weil er eben überdacht ist.

https://www.lovinglondon.de/spitalfields-market/

Weiter geht’s in Richtung Lamb Street.

Brick Lane
Vintage Market
Old Spitalfield Market
Embankment
Themse
Millenium Bridge
Tower Bridge

Abendessen in Randy’s Wing Bar Minories
30 Minories, London EC3N 1DD, Vereinigtes Königreich

 

 

 

IJmuiden – Kirchbrombach

Wir stehen um halb 8 auf und setzen uns zum Frühstück wieder auf das Sonnendeck. Es ist schon angenehm warm. Jetzt endlich können wir zum ersten Mal in unserem Urlaub die kurzen Hosen anziehen.

Als wir im Hafen von Ijmuiden einlaufen gehe ich auf Deck 6 und frage ob wir schon zu den Autos gehen können, da es keine Durchsagen gab. Die Autodecks sind schon frei und wir können einsteigen. Nach kurzer Wartezeit rollen wir wirklich als die Ersten um 9:45 von der Fähre und müssen lediglich unseren Ausweis vorzeigen. Ruckzuck sind wir auf der Autobahn – das ging ja nun mal schnell 🙂

Als wir um halb 12 die deutsche Grenze überqueren zeigt das Thermometer im Auto 30 Grad an. Und es wird noch wärmer …
An der ersten Rast/Tankstelle merken wir sofort, dass wir wieder in Deutschland sind. Lange Schlangen an den Tanksäulen raubt einigen Fahrern die Geduld und es wird geschimpft und gehupt. Auch auf der Toilette staut es, ein holländisches Pärchen kommt mit dem Bezahlsystem nicht klar – warum muss man denn auch fürs Pinkeln bezahlen …. Mhhh. Wenigstens sind diese Toiletten sauber, was man von ganz vielen anderen Einrichtungen an der Autobahn überhaupt nicht behaupten kann. Warum funktioniert das in Deutschland nicht?
16 Uhr kommen wir zu Hause an. Ui, ist das warm und trocken hier.

Wir sind wieder daheim.

Pitlochry – Newcastle

Zur gewohnten Zeit um 8:30 Uhr sitzen wir wieder im Speiseraum und frühstücken. Es gibt ein reichhaltiges Büffet und wir sind wiederum mit der sehr guten Qualität zufrieden. Eine Stunde später checken wir aus, fahren noch einmal etwas einkaufen (morgen Frühstück auf der Fähre), tanken und machen uns gegen 10 Uhr auf den Weg nach Newcastle.

Ich habe den falschen ZIP Code im Navi eingegeben und so landen wir bei der Passagierfähre. Wir wenden und fahren zurück, halten uns jetzt nur noch an die Beschilderung (Tyne Tunnel) und sind bald da. Ohne Wartezeit checken wir um 14:10 Uhr checken ein. Nur der Ausweis wird kontrolliert – sonst nichts. Warum haben wir dann bei der Einreise so lange warten müssen? 30 Minuten später dürfen wir auch gleich in die Fähre fahren. Autodeck 3 – das bedeutet: als Erste rein – als Erste raus 🙂 Wir beziehen wieder unsere Innenkabine auf Deck 8 und setzen uns dann aufs Sonnendeck hoch.



Newcastle nach IJmuiden – DFDS Princess Seaways
Abfahrt ab: DFDS Seaways International Ferry Terminal, Royal Quays, North Shields, Tyne & Wear, NE29 6EE, England
GPS Koordinaten: N 54°59’33.17” ; W 1°27’7.11”
Abfahrt: Fr 03.08.2018 17:30, Ankunft: Sa 04.08.2018 09:15


Das erste Guinness für heute im Sonnenschein 🙂 Schiffszeit ist Mitteleuropäische Sommerzeit – also stellen wir gleich die Uhren wieder um eine Stunde vor. Noch bevor wir ablegen, gehen wir in Explorers Kitchen zum Abendbüffet. Die Qualität und Auswahl ist sehr gut – für 19.95 Euro ein wirklich unschlagbares Preis/Leistungsverhältnis. Das Angebot reicht von lokalen Spezialitäten über Chinesisch, Amerikanisch, Indisch, Pasta, Pizza, Salate, Vegetarisch, Desserts … bis hin zu Kuchen und Eis. Man kann alles einmal probieren und so oft wie man möchte zurück ans Büffet gehen. Und trotzdem gibt es immer noch Leute, die sich den Teller so vollpacken, dass es fast herunterfällt.

Nach dem Abendessen gehen wir shoppen. Eine ganze Weile sitzen wir noch auf dem Sonnendeck. Solange die Sonne noch schein ist es angenehm warm. Das Meer ist ganz ruhig.

St. Margaret’s Hope – Pitlochry

Heute fahren wir ohne Frühstück um 06:45 Uhr nach St. Margaret’s Hope und reihen uns in die Schlange der auf die Fähre Wartenden ein. Ein Mitarbeiter von Pentland Ferries kommt mit seinem Schreibblock herum und hakt alle Passagiere nach der Namensnennung ab. Nach einer halben Stunde Wartezeit dürfen wir auf die Fähre fahren.



St. Margaret’s Hope nach Gills Bay – Pentland Ferries MV Pentalina
Abfahrt ab: Pier Road, St. Margaret’s Hope, Orkney, KW17 2SW, Lat: 58.8320 Long: -2.96223


Die Fahrzeuge werden zentimetergenau eingewiesen, zwischen den großen Wechselbrücken sind kaum mehr als zwei Handbreit Platz. Wir legen fast pünktlich ab, eine Stunde dauert die Überfahrt zum Festland (Gills Bay), das wir um 9:10 Uhr erreichen. Über lange Single Track Roads kämpft sich unser kleiner Pulk von 5 Autos bis zur ersten normalbreiten Straße (A9) in Stemster.

Das Wetter wird unterwegs besser und als Mittag die Sonne scheint beschließen wir eine Rast in Brora zu machen.

Wir kaufen im coop etwas ein und rasten ein paar Kilometer weiter auf einem Picknickplatz im Wald.

Dann geht es weiter durch die Highlands und Cairngorms bis nach Pitlochry.

Gegen 14:15 Uhr erreichen wir das Rosemount Hotel. Das Zimmer ist klein und noch ruhig…
Nach einem kurzen Mittagsschlaf bummeln wir noch ein bisschen durch Pitlochry. Die Straßen sind voller Touristen. Wir müssen uns wieder an den höheren Geräuschpegel gewöhnen.
Für 18 Uhr hatten wir einen Tisch im Restaurant reserviert. Überflüssig, obwohl 6 Tische eingedeckt sind – sind wir die einzigen Gäste. Wir bestellen eine Flasche Wein und unser Essen (Haggis, Neeps and Tatties, Tomato Soup, Lamb Shrank, Tagliatelle Carbonara) und sind positiv überrascht. Alles ist frisch und schmeckt hervorragend.

Die Zimmerwände sind sehr dünn und man hört jedes Geräusch (wirklich jedes!) vom Nachbarn und auch noch von dessen Nachbarn. Wenn die Toilettenspülung oder gar die Dusche benutzt wird, meint man, das Wasser läuft direkt durchs Zimmer und man wartet, das es nass wird. Naja, es ist nur eine Nacht….



Rosemount Hotel & Guest House
12 Higher Oakfield, Pitlochry, Perthshire, Scotland, PH16 5HT
Tel: +44 (0) 1796 472302
Email: info@rosemount-hotel.co.uk
Web: https://www.rosemount-hotel.co.uk/
119 EUR (per room per night, expedia price)


Coastal Walk Burwick – Sandwick

Um 8 Uhr sitzen wir am Frühstückstisch und lernen Sandy kennen. Sie begrüßt uns freundlich mit Namen und nimmt unsere Frühstückswünsche auf. Terry steht in der Küche am Herd 😉
Zu uns gesellen sich zwei junge Männer aus Polen (?) und ein junges Pärchen aus Holland. Sandy stellt uns alle mit Namen vor – uns gefällt ihre Aufmerksamkeit und die direkte Ansprache 🙂 Es ist eine unterhaltsame Runde, bevor wir uns voneinander verabschieden.
Wir wissen noch nicht so recht, was wir heute unternehmen wollen – und so reden wir kurz mit Terry. Auf jeden Fall wollen wir heute Abend Seafood haben (Theresa (Ardconnel B&B) hatte uns das Murray Arms Hotel mit seiner guten Seafood Platter empfohlen). Terry fragt uns kurzerhand ob er für uns einen Tisch bestellen soll, greift zum Telefon und reserviert einen Tisch für uns auf den Namen Rupprecht (und fast korrekt ausgesprochen) – wir schauen uns gegenseitig an – woher weiß er das jetzt so genau? Erstaunlich und doch irgendwie schön. Ohnehin sind beide super nett.

Wir fahren zum südlichsten Punkt von Orkney nach Burwick. Am Pier (hier geht die Passagierfähre nach John o’Groths) lassen wir unser Auto stehen.

Der Weg beginnt gleich hinter den großen Betonblöcken, führt zunächst etwas aufwärts auf die Klippen und dann als guter Pfad die Küste entlang über Castle Skerry, Barth Head, Barswick, Hoston Head bis nach Sandwick. Wir laufen aber nur kurz vor Barswick, legen uns auf die Wiese und rasten.













Als gegen 14 Uhr dunklere Wolken aufziehen laufen wir auf gleichen Weg wieder zurück. In Burwick angekommen scheint aber die Sonne schon wieder.

Frisch geduscht und in Jeans (nach fast 3 Wochen!) fahren wir kurz vor 18 Uhr nach St. Margareths Hope zum Murrays Arms Hotel. Wir bestellen eine Flasche Chardonnay und jeder eine Seafood Platter (37 GBP), teilen uns noch eine Lobster Suppe als Vorspeise. Wir verputzen jeder einen ganzen Hummer, Langusten, Jakobsmuscheln und diverse Beilagen. Da es keinen Espresso gibt, trinken wir noch einen Filterkaffee bevor wir uns auf den Weg zum Auto machen. Wir sind so satt!!!! Jetzt brauchen wir erst einmal einen Whisky.

Deerness – South Ronaldsay

Der Wecker klingelt um 0730 und beim ersten Blick aus dem Fenster sehen wir heute Morgen gleich zwei Kreuzfahrschiffe. Die VIKING SKY liegt schon im Hafen während die BALMORAL gerade auf dem Weg in die Bucht ist. Also werden heute wieder ca. 2000 Passagiere abgeladen ….

Das Wetter meint es wirklich gut mit uns, nachdem sich der Morgennebel verzogen hat gibt die Sonne ihr Bestes. Nach dem Frühstück verabschieden bezahlen wir unsere Rechnung und verabschieden uns von Theresa. Nach einem kurzen Plausch schenkt sie uns noch zwei Flaschen Orkney Seife 🙂
Wir fahren tanken und zum Tesco, kaufen Steaks, Burger und Salat für heute Abend ein.

Wie geplant fahren wir dann wieder nach Deerness und parken am Mull Head Carpark. Heute laufen wir die große Runde – vorbei am Cloup, Brough of Deerness, Mull Head bis zum Covenanter’s Memorial, welches man von der Inselspitze schon in der weit in der Ferne sehen kann.


Es ist ein schöner Pfad, der über breite Grasflächen teils auch sehr nah an den Klippen entlang führt. Hier hinten trifft man kaum noch Leute, die meisten gehen den kurzen Rundweg nach dem Brough of Deerness zum Carpark zurück.

Gegen 13 Uhr kommen wir am Covenanter’s Memorial an. Als Covenanters bezeichnet man diejenigen schottischen Gruppierungen, die sich am 28. Februar 1638 in einem Treueeid auf den National Covenant verpflichteten, für ihre Kirche am Presbyterianismus festzuhalten. Der Eid gilt als direkte Reaktion auf den Versuch von Erzbischof William Laud, das anglikanisch geprägte Book of Common Prayer in der schottischen Staatskirche einzuführen.

Ziel der Covenanters war, die reformierte Theologie und die presbyterianische Verfassung der Kirche zu stützen. Das 1888 Memorial markiert den Punkt, wo etwa 250 Covenanters, Gefangene der Schlacht von Bothwell Bridge, im Jahre 1679 beim Untergang des Schiffes „Crown“ ertranken. Sie sollten von Edinburgh nach Amerika transportiert werden, um in den Plantagen als Sklaven zu arbeiten. Die Crown wurde an Land getrieben und die Crew erkletterte über den Großmast die Klippen. Der Kapitän hatte befohlen, die Luken geschlossen zu halten, doch einem Seemann war es gelungen, 50 Gefangene zu befreien. Diesen Überlebenden ist die Flucht nach Holland an Bord eines niederländischen Schiffes gelungen, das in Stromness lag.
[https://de.wikipedia.org/wiki/Covenanters]

Der Rückweg führt in sehr geradlinigen Abschnitten direkt zum Carpark Mull Head zurück. Unterwegs treffen wir nur zweimal auf den Postboten, der auf seinem Rückweg bei uns hält und kurz mit uns schwatzt. “Wo kommt ihr her? Was für ein wunderschöner Tag heute – er kommt hier jeden Tag lang und kennt alle Wetter!” Als wir zurück am Auto ankommen hat gerade ein Reisebus eine Gruppe Menschen entlassen, die sich auf einem Trampelpfad auf den Weg zur Gin-Distillerie aufmachen. Oh – da wollen wir auch noch hin. Warten wir lieber noch ein Weilchen.

Mit dem Auto fahren wir dann aber auch zur Destille. Alle schon weg :-), nur ein Mann unterhält sich gerade mit dem Manager (Stuart Brown). Er und seine Frau Adelle sind Eigentümer und Gründer der Deerness Distillery. Eine lange Theke mit ein paar Barhockern laden freundlich ein. Im gegenüberstehenden Regal stehen neben Gin, Vodka und Likören auch unheimlich viel verschiedene Tonic Waters (unter anderem auch MUTTERLAND CUCUMBER – ein Tonic aus Hamburg). Ausserdem kan man viele regionale Sachen wie Kleidung, Souveniers, Seife oder Orkney Ice Cream kaufen). Auf der anderen Seite der Halle steht die große Brennblase und die Abfüllanlage. Gebrannt wird mit 3 Stills, einer Großen und zum Experimentieren mit zwei Kleinen.

Wir schauen uns kurz um und kommen dann auch ins Gespräch, probieren Vodka (INTO THE WILD) und Gin (SEA GLASS). Nach ein paar Minuten greift Stuart unter die Theke und holt eine kleine Flasche ohne Etikett hervor. Das ist der ganz neue Gin, den gibt es noch nicht zu kaufen (und wahrscheinlich hat er auch noch keinen Namen). Er schmeckt ganz anders als der Erste, welcher eine angenehme Zitrus/Lavendelnote hat. Bis auf das Wasser kommen allerdings die meisten Zutaten nicht von Orkney – natürlich – hier wachsen keine Bäume. Wir fachsimpeln noch ein wenig, kaufen eine kleine Flasche Sea Glass Gin und machen uns dann wieder auf Weg – zu unserem nächsten B&B nach Grimness.

Gegen halb 4 erreichen wir Ayre of Cara. An der Tür hängt ein Schild, das im Moment keiner zu Hause ist. Also fahren wir noch einmal vom Hof und suchen uns eine geeignete Stelle zum Grillen für heute Abend aus. Zunächst am Strand von Burray. Hier ist es aber viel zu windig und in den Dünen können wir aufgrund der Trockenheit nicht grillen. Die Weddel Bay scheidet aus, solange dort noch Taucher aktiv sind, am Strand auf Clims Holm müssen wir zu lange laufen, bis wir ein windstilles Plätzchen finden. Mhhh, was nun? Die Dreiviertelstunde (in der wir wiederkommen sollen) ist vorbei und wir fahren erst einmal zurück ins B&B. Terry steht schon da und begrüßt uns freundlich. Er zeigt uns unser Zimmer und wir strecken uns erst einmal kurz aus.



Ayre of Cara B&B
Terry Cuthbert-Dickinson
Grimness, St Margaret’s Hope, South Ronaldsay, Orkney, KW17 2TH
Tel: +44 1856 831 861
Email: ayre.cara@gmail.com
Web: http://www.ayreofcara.co.uk/
80 GBP (per room per night)


Dann fahren wir mit dem Auto gerade auf die andere Straßenseite und finden einen herrlichen breiten Sandstreifen vor den Dünen. Hier ist es windstill und wir packen unseren Picknickkorb auf der Decke aus. Die Steaks und die Burger sind schnell gebraten und wir genießen das Essen in der Abendsonne.
Zurück im Haus setzen wir uns noch in den großen Garten und unterhalten uns mit Terry. Er hat zwei wunderschöne Rhodesian Ridgebacks.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inganess Bay – Deerness – South Ronaldsay – Scapa Bay

Auch für heute zeigt die Wetter-App Sonnenschein an. Was haben wir für ein Glück – als wir nach Orkney gekommen sind, haben wir für die nächsten Tage nur regnende Wolken angezeigt bekommen.

Am Frühstückstisch sehen wir das Kreuzfahrtschiff Marco Polo im Hafen liegen, vor einer Woche haben wir sie schon in der Bucht vor Lerwick gesehen. Die alte Lady ist übrigens 1965 unter dem Namen Alexander Puschkin in der Werft Wismar vom Stapel gelaufen. Heute kippt sie ca. 800 Passagiere in den kleinen Küstenstädtchen ab.

Wir starten unseren Tag am Strand von Inganess. Unterhalb des Kirkwall Airports erstreckt sich eine schöne Bucht mit weißem Sandstrand. In dieser Bucht liegt die Juniata, ein altes Schiffswrack (welche man auf Orkney ja reichlich findet). Ursprünglich wurde sie 1918 als Öltanker mit dem Namen Sprocol in der Short Bros Werft in Sunderland gebaut. Nur ein paar Monate später wurde sie von einem deutschen U-Boot torpediert und schwer beschädigt, konnte aber nach Hull zurückkehren, wo sie vier Monate lang repariert wurde. Im März 1920 wurde der umgebaute Tanker an die Anglo American Oil Company verkauft, in Juniata umbenannt und diente weitere 20 Jahre lang als Öltanker.

Nur ein paar Monate später wurde sie von einem deutschen U-Boot torpediert und schwer beschädigt, konnte aber nach Hull zurückkehren, wo sie vier Monate lang repariert wurde. Im März 1920 wurde der umgebaute Tanker an die Anglo American Oil Company verkauft und in fast 20 Jahren in Juniata umbenannt, der als Öltanker diente. Vermutlich von der Ölgesellschaft verkauft, wurde die Juniata im April 1940 als Blockschiff in Water Sound versenkt und im Juli 1949 zur Abwrackung an die nördliche Küste von Orkney geschleppt. Aufgrund ihres schlechten Zustandes musste man sie dann in der Inganess Bay liegen lassen.

Weiter gehts nach Deerness. Wir möchten die neue Gin-Distillery besichtigen. Als wir vor der Farm stehen sehen wir das Schild “Monday Closed”. Zurück auf der Hauptstrasse sehen wir dann eine Beschilderung zum Parkplatz Mull Head. Wir fahren einfach mal hin. Und so finden wir fast zufällig den Ausgangspunkt für eine der schönsten Küstenwanderungen auf Orkney.


Mull Head wurde 1993 als Naturschutzreservat qualifiziert. Die steilen Klippen werden ständig vom Meer zermürbt. So entstanden aus dem Sedimentgestein in 390 Millionen Jahren die heutigen Strukturen wie Höhlen, Schornsteine, enge Einlässe (Geos) und spektakuläre Blowholes (enge Öffnungen am Ende einer Meereshöhle, die über die Höhlendecke hinauf ins Freie reicht). Wenn eine Brandungswelle auf die Mündung der Höhle auftrifft, wird sie durch die Höhlenwände, wie in einem Trichter, zum Blowhole geführt, was zu spektakulären Wasserfontänen führt.

Der Gloup ist solch eine kollabierte Meereshöhle, die durch eine etwa 80 Meter breite Landbrücke vom Meer getrennt ist. Sie ist etwa 40 Meter lang und 80 Fuß tief. Gloup kommt aus der altnordischen “Gluppa” (Kluft, der lokale Name für ein Blowhole).

Wir hatten solch ein Glück – Sonnenschein, blauer Himmel und mächtige Wellen. Es war einfach atemberaubend.

Weiter nördlich stößt man dann auf den Brough of Deerness. Der Weg ist anfangs schmal und man läuft in den Felsen gehauene Treppen hinauf (eine Kette dient zur Sicherung) auf die “Fast-Insel”. Auf dem Brough befindet sich die Ruine einer alten nordischen Steinkapelle, die wiederum auf den Grundmauern einer piktischen Holzkapelle erbaut wurde.

Es ist wunderschön hier oben – unter uns schlagen die hohen Wellen an den Fels und wir werden immer wieder von Robben begleitet, die neugierig aus dem Wasser lugen. Trotzdem beschließen wir heute wieder zurück zu gehen und morgen noch einmal den ganzen Rundweg zu laufen (bis zum Covenanters’ Memorial – 9.2km).

Es ist gegen 14 Uhr, als wir uns auf den Weg nach South Ronaldsay fahren. Eine leckere Seafood Platter in Skerries Bistro wartet auf uns.

Vorbei an den vielen Barriers sehen wir auch schon unser B&B für Übermorgen. Als wir dann endlich ankommen ist es schon fast 15 Uhr. Es sitzen kaum Leute im Bistro und wir bestellen uns ein großes Glas Chardonnay und für jeden eine Fischplatte. Mhhh, lecker. Zum Nachtisch gibt es ein Sorbet-Trio und einen Espresso.
Frisch gestärkt fahren wir ein kleines Stück zurück zum Tomb of the Eagles. Wir stöbern kurz im Souvenirladen und bezahlen unsere Tickets (mittlerweile auch schon 7.50 GBP). Das Museum haben wir vor 3 Jahren schon ausgiebig besichtigt. Dann laufen wir gleich los denn in ca. einer Stunde wird geschlossen. Man kommt zwar jederzeit wieder raus – aber nicht mehr herein, da irgendwann auch die Zufahrt mit einer Schranke geschlossen wird. Die wenigen Leute, die wir treffen sind schon auf dem Rückweg und wir haben alle Zeit in Ruhe in die Höhle zu “fahren” und alles zu erkunden. In diesem Jahr ist es aufgrund der Trockenheit viel angenehmer und nicht so schlammig 😉

Tomb of the Eagles
Über den Klippen von South Ronaldsay gelegen, ist das Isbister Chambered Cairn – besser bekannt als das “Grab der Adler” – eine der wichtigsten archäologischen Stätten von Orkney. Das steinzeitliche Grab wurde in den 1950er Jahren vom örtlichen Bauern Ronnie Simison zufällig entdeckt.
Mehr als 100 menschliche Schädel, 16.000 menschliche Knochen sowie 725 Vogelknochen wurden an dieser Stelle gefunden. Diese wurden überwiegend zu 8 bis 20 verschiedenen Seeadlern (Haliaeetus albicilla) zugeordnet. Anfangs ging man davon aus, dass dieser Knochenfund als Grund für die Errichtung des Grabes galt. Diese Interpretation wurde jedoch durch neue Datierungstechniken in Frage gestellt, welche zeigen, dass die Adler um 2450-2050 BC starben – das Kammergrab allerdings auf ca. 5000 Jahre geschätzt wird, also etwa 2900 BC errichtet wurde. Damit bestätigen sich wachsende Beweise von anderen Seiten, dass die neolithischen Gräber von Orkney über viele Generationen hinweg benutzt wurden.

Der Zugang zum Grab ist über einen niedrigen, drei Meter langen Tunnel. Man kann auf allen Vieren hineinkrabbeln oder bequemer (und lustiger) sich flach auf einen Rollwagen legen und in das Innere des Grabes hineinziehen. Wir haben unsere Stirnlampen mitgebracht aber da heute die Sonne scheint ist es schön hell in der Höhle. Ein übrigens sehr schöner Beitrag darüber findet sich hier. Wir haben unseren Spaß.

Auf dem Rückweg beobachten wir viele Black Guillemots und sogar einige Puffins in den steilen Klippen. Sehr interessant sind auch die vielen kleinen Schildchen mit den Namen der Wildpflanzen, die hier wachsen. Da hat sich jemand richtig Mühe gemacht 🙂

Wir fahren zurück nach Kirkwall, kaufen uns etwas zu essen im Tesco und fahren dann zurück zur Scapa Bay. In der Abendsonne mit Blick aufs Meer essen wir Abendbrot.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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