KATEGORIE / Orkney

St. Margaret’s Hope – Pitlochry

Heute fahren wir ohne Frühstück um 06:45 Uhr nach St. Margaret’s Hope und reihen uns in die Schlange der auf die Fähre Wartenden ein. Ein Mitarbeiter von Pentland Ferries kommt mit seinem Schreibblock herum und hakt alle Passagiere nach der Namensnennung ab. Nach einer halben Stunde Wartezeit dürfen wir auf die Fähre fahren.



St. Margaret’s Hope nach Gills Bay – Pentland Ferries MV Pentalina
Abfahrt ab: Pier Road, St. Margaret’s Hope, Orkney, KW17 2SW, Lat: 58.8320 Long: -2.96223


Die Fahrzeuge werden zentimetergenau eingewiesen, zwischen den großen Wechselbrücken sind kaum mehr als zwei Handbreit Platz. Wir legen fast pünktlich ab, eine Stunde dauert die Überfahrt zum Festland (Gills Bay), das wir um 9:10 Uhr erreichen. Über lange Single Track Roads kämpft sich unser kleiner Pulk von 5 Autos bis zur ersten normalbreiten Straße (A9) in Stemster.

Das Wetter wird unterwegs besser und als Mittag die Sonne scheint beschließen wir eine Rast in Brora zu machen.

Wir kaufen im coop etwas ein und rasten ein paar Kilometer weiter auf einem Picknickplatz im Wald.

Dann geht es weiter durch die Highlands und Cairngorms bis nach Pitlochry.

Gegen 14:15 Uhr erreichen wir das Rosemount Hotel. Das Zimmer ist klein und noch ruhig…
Nach einem kurzen Mittagsschlaf bummeln wir noch ein bisschen durch Pitlochry. Die Straßen sind voller Touristen. Wir müssen uns wieder an den höheren Geräuschpegel gewöhnen.
Für 18 Uhr hatten wir einen Tisch im Restaurant reserviert. Überflüssig, obwohl 6 Tische eingedeckt sind – sind wir die einzigen Gäste. Wir bestellen eine Flasche Wein und unser Essen (Haggis, Neeps and Tatties, Tomato Soup, Lamb Shrank, Tagliatelle Carbonara) und sind positiv überrascht. Alles ist frisch und schmeckt hervorragend.

Die Zimmerwände sind sehr dünn und man hört jedes Geräusch (wirklich jedes!) vom Nachbarn und auch noch von dessen Nachbarn. Wenn die Toilettenspülung oder gar die Dusche benutzt wird, meint man, das Wasser läuft direkt durchs Zimmer und man wartet, das es nass wird. Naja, es ist nur eine Nacht….



Rosemount Hotel & Guest House
12 Higher Oakfield, Pitlochry, Perthshire, Scotland, PH16 5HT
Tel: +44 (0) 1796 472302
Email: info@rosemount-hotel.co.uk
Web: https://www.rosemount-hotel.co.uk/
119 EUR (per room per night, expedia price)


Coastal Walk Burwick – Sandwick

Um 8 Uhr sitzen wir am Frühstückstisch und lernen Sandy kennen. Sie begrüßt uns freundlich mit Namen und nimmt unsere Frühstückswünsche auf. Terry steht in der Küche am Herd 😉
Zu uns gesellen sich zwei junge Männer aus Polen (?) und ein junges Pärchen aus Holland. Sandy stellt uns alle mit Namen vor – uns gefällt ihre Aufmerksamkeit und die direkte Ansprache 🙂 Es ist eine unterhaltsame Runde, bevor wir uns voneinander verabschieden.
Wir wissen noch nicht so recht, was wir heute unternehmen wollen – und so reden wir kurz mit Terry. Auf jeden Fall wollen wir heute Abend Seafood haben (Theresa (Ardconnel B&B) hatte uns das Murray Arms Hotel mit seiner guten Seafood Platter empfohlen). Terry fragt uns kurzerhand ob er für uns einen Tisch bestellen soll, greift zum Telefon und reserviert einen Tisch für uns auf den Namen Rupprecht (und fast korrekt ausgesprochen) – wir schauen uns gegenseitig an – woher weiß er das jetzt so genau? Erstaunlich und doch irgendwie schön. Ohnehin sind beide super nett.

Wir fahren zum südlichsten Punkt von Orkney nach Burwick. Am Pier (hier geht die Passagierfähre nach John o’Groths) lassen wir unser Auto stehen.

Der Weg beginnt gleich hinter den großen Betonblöcken, führt zunächst etwas aufwärts auf die Klippen und dann als guter Pfad die Küste entlang über Castle Skerry, Barth Head, Barswick, Hoston Head bis nach Sandwick. Wir laufen aber nur kurz vor Barswick, legen uns auf die Wiese und rasten.













Als gegen 14 Uhr dunklere Wolken aufziehen laufen wir auf gleichen Weg wieder zurück. In Burwick angekommen scheint aber die Sonne schon wieder.

Frisch geduscht und in Jeans (nach fast 3 Wochen!) fahren wir kurz vor 18 Uhr nach St. Margareths Hope zum Murrays Arms Hotel. Wir bestellen eine Flasche Chardonnay und jeder eine Seafood Platter (37 GBP), teilen uns noch eine Lobster Suppe als Vorspeise. Wir verputzen jeder einen ganzen Hummer, Langusten, Jakobsmuscheln und diverse Beilagen. Da es keinen Espresso gibt, trinken wir noch einen Filterkaffee bevor wir uns auf den Weg zum Auto machen. Wir sind so satt!!!! Jetzt brauchen wir erst einmal einen Whisky.

Deerness – South Ronaldsay

Der Wecker klingelt um 0730 und beim ersten Blick aus dem Fenster sehen wir heute Morgen gleich zwei Kreuzfahrschiffe. Die VIKING SKY liegt schon im Hafen während die BALMORAL gerade auf dem Weg in die Bucht ist. Also werden heute wieder ca. 2000 Passagiere abgeladen ….

Das Wetter meint es wirklich gut mit uns, nachdem sich der Morgennebel verzogen hat gibt die Sonne ihr Bestes. Nach dem Frühstück verabschieden bezahlen wir unsere Rechnung und verabschieden uns von Theresa. Nach einem kurzen Plausch schenkt sie uns noch zwei Flaschen Orkney Seife 🙂
Wir fahren tanken und zum Tesco, kaufen Steaks, Burger und Salat für heute Abend ein.

Wie geplant fahren wir dann wieder nach Deerness und parken am Mull Head Carpark. Heute laufen wir die große Runde – vorbei am Cloup, Brough of Deerness, Mull Head bis zum Covenanter’s Memorial, welches man von der Inselspitze schon in der weit in der Ferne sehen kann.


Es ist ein schöner Pfad, der über breite Grasflächen teils auch sehr nah an den Klippen entlang führt. Hier hinten trifft man kaum noch Leute, die meisten gehen den kurzen Rundweg nach dem Brough of Deerness zum Carpark zurück.

Gegen 13 Uhr kommen wir am Covenanter’s Memorial an. Als Covenanters bezeichnet man diejenigen schottischen Gruppierungen, die sich am 28. Februar 1638 in einem Treueeid auf den National Covenant verpflichteten, für ihre Kirche am Presbyterianismus festzuhalten. Der Eid gilt als direkte Reaktion auf den Versuch von Erzbischof William Laud, das anglikanisch geprägte Book of Common Prayer in der schottischen Staatskirche einzuführen.

Ziel der Covenanters war, die reformierte Theologie und die presbyterianische Verfassung der Kirche zu stützen. Das 1888 Memorial markiert den Punkt, wo etwa 250 Covenanters, Gefangene der Schlacht von Bothwell Bridge, im Jahre 1679 beim Untergang des Schiffes „Crown“ ertranken. Sie sollten von Edinburgh nach Amerika transportiert werden, um in den Plantagen als Sklaven zu arbeiten. Die Crown wurde an Land getrieben und die Crew erkletterte über den Großmast die Klippen. Der Kapitän hatte befohlen, die Luken geschlossen zu halten, doch einem Seemann war es gelungen, 50 Gefangene zu befreien. Diesen Überlebenden ist die Flucht nach Holland an Bord eines niederländischen Schiffes gelungen, das in Stromness lag.
[https://de.wikipedia.org/wiki/Covenanters]

Der Rückweg führt in sehr geradlinigen Abschnitten direkt zum Carpark Mull Head zurück. Unterwegs treffen wir nur zweimal auf den Postboten, der auf seinem Rückweg bei uns hält und kurz mit uns schwatzt. “Wo kommt ihr her? Was für ein wunderschöner Tag heute – er kommt hier jeden Tag lang und kennt alle Wetter!” Als wir zurück am Auto ankommen hat gerade ein Reisebus eine Gruppe Menschen entlassen, die sich auf einem Trampelpfad auf den Weg zur Gin-Distillerie aufmachen. Oh – da wollen wir auch noch hin. Warten wir lieber noch ein Weilchen.

Mit dem Auto fahren wir dann aber auch zur Destille. Alle schon weg :-), nur ein Mann unterhält sich gerade mit dem Manager (Stuart Brown). Er und seine Frau Adelle sind Eigentümer und Gründer der Deerness Distillery. Eine lange Theke mit ein paar Barhockern laden freundlich ein. Im gegenüberstehenden Regal stehen neben Gin, Vodka und Likören auch unheimlich viel verschiedene Tonic Waters (unter anderem auch MUTTERLAND CUCUMBER – ein Tonic aus Hamburg). Ausserdem kan man viele regionale Sachen wie Kleidung, Souveniers, Seife oder Orkney Ice Cream kaufen). Auf der anderen Seite der Halle steht die große Brennblase und die Abfüllanlage. Gebrannt wird mit 3 Stills, einer Großen und zum Experimentieren mit zwei Kleinen.

Wir schauen uns kurz um und kommen dann auch ins Gespräch, probieren Vodka (INTO THE WILD) und Gin (SEA GLASS). Nach ein paar Minuten greift Stuart unter die Theke und holt eine kleine Flasche ohne Etikett hervor. Das ist der ganz neue Gin, den gibt es noch nicht zu kaufen (und wahrscheinlich hat er auch noch keinen Namen). Er schmeckt ganz anders als der Erste, welcher eine angenehme Zitrus/Lavendelnote hat. Bis auf das Wasser kommen allerdings die meisten Zutaten nicht von Orkney – natürlich – hier wachsen keine Bäume. Wir fachsimpeln noch ein wenig, kaufen eine kleine Flasche Sea Glass Gin und machen uns dann wieder auf Weg – zu unserem nächsten B&B nach Grimness.

Gegen halb 4 erreichen wir Ayre of Cara. An der Tür hängt ein Schild, das im Moment keiner zu Hause ist. Also fahren wir noch einmal vom Hof und suchen uns eine geeignete Stelle zum Grillen für heute Abend aus. Zunächst am Strand von Burray. Hier ist es aber viel zu windig und in den Dünen können wir aufgrund der Trockenheit nicht grillen. Die Weddel Bay scheidet aus, solange dort noch Taucher aktiv sind, am Strand auf Clims Holm müssen wir zu lange laufen, bis wir ein windstilles Plätzchen finden. Mhhh, was nun? Die Dreiviertelstunde (in der wir wiederkommen sollen) ist vorbei und wir fahren erst einmal zurück ins B&B. Terry steht schon da und begrüßt uns freundlich. Er zeigt uns unser Zimmer und wir strecken uns erst einmal kurz aus.



Ayre of Cara B&B
Terry Cuthbert-Dickinson
Grimness, St Margaret’s Hope, South Ronaldsay, Orkney, KW17 2TH
Tel: +44 1856 831 861
Email: ayre.cara@gmail.com
Web: http://www.ayreofcara.co.uk/
80 GBP (per room per night)


Dann fahren wir mit dem Auto gerade auf die andere Straßenseite und finden einen herrlichen breiten Sandstreifen vor den Dünen. Hier ist es windstill und wir packen unseren Picknickkorb auf der Decke aus. Die Steaks und die Burger sind schnell gebraten und wir genießen das Essen in der Abendsonne.
Zurück im Haus setzen wir uns noch in den großen Garten und unterhalten uns mit Terry. Er hat zwei wunderschöne Rhodesian Ridgebacks.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inganess Bay – Deerness – South Ronaldsay – Scapa Bay

Auch für heute zeigt die Wetter-App Sonnenschein an. Was haben wir für ein Glück – als wir nach Orkney gekommen sind, haben wir für die nächsten Tage nur regnende Wolken angezeigt bekommen.

Am Frühstückstisch sehen wir das Kreuzfahrtschiff Marco Polo im Hafen liegen, vor einer Woche haben wir sie schon in der Bucht vor Lerwick gesehen. Die alte Lady ist übrigens 1965 unter dem Namen Alexander Puschkin in der Werft Wismar vom Stapel gelaufen. Heute kippt sie ca. 800 Passagiere in den kleinen Küstenstädtchen ab.

Wir starten unseren Tag am Strand von Inganess. Unterhalb des Kirkwall Airports erstreckt sich eine schöne Bucht mit weißem Sandstrand. In dieser Bucht liegt die Juniata, ein altes Schiffswrack (welche man auf Orkney ja reichlich findet). Ursprünglich wurde sie 1918 als Öltanker mit dem Namen Sprocol in der Short Bros Werft in Sunderland gebaut. Nur ein paar Monate später wurde sie von einem deutschen U-Boot torpediert und schwer beschädigt, konnte aber nach Hull zurückkehren, wo sie vier Monate lang repariert wurde. Im März 1920 wurde der umgebaute Tanker an die Anglo American Oil Company verkauft, in Juniata umbenannt und diente weitere 20 Jahre lang als Öltanker.

Nur ein paar Monate später wurde sie von einem deutschen U-Boot torpediert und schwer beschädigt, konnte aber nach Hull zurückkehren, wo sie vier Monate lang repariert wurde. Im März 1920 wurde der umgebaute Tanker an die Anglo American Oil Company verkauft und in fast 20 Jahren in Juniata umbenannt, der als Öltanker diente. Vermutlich von der Ölgesellschaft verkauft, wurde die Juniata im April 1940 als Blockschiff in Water Sound versenkt und im Juli 1949 zur Abwrackung an die nördliche Küste von Orkney geschleppt. Aufgrund ihres schlechten Zustandes musste man sie dann in der Inganess Bay liegen lassen.

Weiter gehts nach Deerness. Wir möchten die neue Gin-Distillery besichtigen. Als wir vor der Farm stehen sehen wir das Schild “Monday Closed”. Zurück auf der Hauptstrasse sehen wir dann eine Beschilderung zum Parkplatz Mull Head. Wir fahren einfach mal hin. Und so finden wir fast zufällig den Ausgangspunkt für eine der schönsten Küstenwanderungen auf Orkney.


Mull Head wurde 1993 als Naturschutzreservat qualifiziert. Die steilen Klippen werden ständig vom Meer zermürbt. So entstanden aus dem Sedimentgestein in 390 Millionen Jahren die heutigen Strukturen wie Höhlen, Schornsteine, enge Einlässe (Geos) und spektakuläre Blowholes (enge Öffnungen am Ende einer Meereshöhle, die über die Höhlendecke hinauf ins Freie reicht). Wenn eine Brandungswelle auf die Mündung der Höhle auftrifft, wird sie durch die Höhlenwände, wie in einem Trichter, zum Blowhole geführt, was zu spektakulären Wasserfontänen führt.

Der Gloup ist solch eine kollabierte Meereshöhle, die durch eine etwa 80 Meter breite Landbrücke vom Meer getrennt ist. Sie ist etwa 40 Meter lang und 80 Fuß tief. Gloup kommt aus der altnordischen “Gluppa” (Kluft, der lokale Name für ein Blowhole).

Wir hatten solch ein Glück – Sonnenschein, blauer Himmel und mächtige Wellen. Es war einfach atemberaubend.

Weiter nördlich stößt man dann auf den Brough of Deerness. Der Weg ist anfangs schmal und man läuft in den Felsen gehauene Treppen hinauf (eine Kette dient zur Sicherung) auf die “Fast-Insel”. Auf dem Brough befindet sich die Ruine einer alten nordischen Steinkapelle, die wiederum auf den Grundmauern einer piktischen Holzkapelle erbaut wurde.

Es ist wunderschön hier oben – unter uns schlagen die hohen Wellen an den Fels und wir werden immer wieder von Robben begleitet, die neugierig aus dem Wasser lugen. Trotzdem beschließen wir heute wieder zurück zu gehen und morgen noch einmal den ganzen Rundweg zu laufen (bis zum Covenanters’ Memorial – 9.2km).

Es ist gegen 14 Uhr, als wir uns auf den Weg nach South Ronaldsay fahren. Eine leckere Seafood Platter in Skerries Bistro wartet auf uns.

Vorbei an den vielen Barriers sehen wir auch schon unser B&B für Übermorgen. Als wir dann endlich ankommen ist es schon fast 15 Uhr. Es sitzen kaum Leute im Bistro und wir bestellen uns ein großes Glas Chardonnay und für jeden eine Fischplatte. Mhhh, lecker. Zum Nachtisch gibt es ein Sorbet-Trio und einen Espresso.
Frisch gestärkt fahren wir ein kleines Stück zurück zum Tomb of the Eagles. Wir stöbern kurz im Souvenirladen und bezahlen unsere Tickets (mittlerweile auch schon 7.50 GBP). Das Museum haben wir vor 3 Jahren schon ausgiebig besichtigt. Dann laufen wir gleich los denn in ca. einer Stunde wird geschlossen. Man kommt zwar jederzeit wieder raus – aber nicht mehr herein, da irgendwann auch die Zufahrt mit einer Schranke geschlossen wird. Die wenigen Leute, die wir treffen sind schon auf dem Rückweg und wir haben alle Zeit in Ruhe in die Höhle zu “fahren” und alles zu erkunden. In diesem Jahr ist es aufgrund der Trockenheit viel angenehmer und nicht so schlammig 😉

Tomb of the Eagles
Über den Klippen von South Ronaldsay gelegen, ist das Isbister Chambered Cairn – besser bekannt als das “Grab der Adler” – eine der wichtigsten archäologischen Stätten von Orkney. Das steinzeitliche Grab wurde in den 1950er Jahren vom örtlichen Bauern Ronnie Simison zufällig entdeckt.
Mehr als 100 menschliche Schädel, 16.000 menschliche Knochen sowie 725 Vogelknochen wurden an dieser Stelle gefunden. Diese wurden überwiegend zu 8 bis 20 verschiedenen Seeadlern (Haliaeetus albicilla) zugeordnet. Anfangs ging man davon aus, dass dieser Knochenfund als Grund für die Errichtung des Grabes galt. Diese Interpretation wurde jedoch durch neue Datierungstechniken in Frage gestellt, welche zeigen, dass die Adler um 2450-2050 BC starben – das Kammergrab allerdings auf ca. 5000 Jahre geschätzt wird, also etwa 2900 BC errichtet wurde. Damit bestätigen sich wachsende Beweise von anderen Seiten, dass die neolithischen Gräber von Orkney über viele Generationen hinweg benutzt wurden.

Der Zugang zum Grab ist über einen niedrigen, drei Meter langen Tunnel. Man kann auf allen Vieren hineinkrabbeln oder bequemer (und lustiger) sich flach auf einen Rollwagen legen und in das Innere des Grabes hineinziehen. Wir haben unsere Stirnlampen mitgebracht aber da heute die Sonne scheint ist es schön hell in der Höhle. Ein übrigens sehr schöner Beitrag darüber findet sich hier. Wir haben unseren Spaß.

Auf dem Rückweg beobachten wir viele Black Guillemots und sogar einige Puffins in den steilen Klippen. Sehr interessant sind auch die vielen kleinen Schildchen mit den Namen der Wildpflanzen, die hier wachsen. Da hat sich jemand richtig Mühe gemacht 🙂

Wir fahren zurück nach Kirkwall, kaufen uns etwas zu essen im Tesco und fahren dann zurück zur Scapa Bay. In der Abendsonne mit Blick aufs Meer essen wir Abendbrot.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stromness – Yesnaby – Stones of Stennes – Kirkwall

Zu unserer gewohnten Zeit um 0830 sitzen wir bei Theresa am Frühstückstisch und schauen auf den Hafen von Kirkwall. Dort liegt heute Morgen ein mittelgroßes Schiff – die Viking Sea hat nur 900 Passagiere an Bord.
Das Wetter sieht nicht gut aus, es nieselt und der Himmel zeigt auch keine größeren Veränderungen an. Also setzen wir uns ins Auto und fahren zunächst Richtung Tankerness, dann aber weiter nach Stromness.
Es regnet nicht mehr und wir nutzen das für einen Bummel durch die Gassen und kleinen Geschäfte. Aber immer wieder treffen wir auf einen neuen Reisebus. Wir beschliessen nach Yesnaby zu fahren und dort ein wenig zu wandern.

Hier sind wir fast alleine – kein Wunder – das Wetter ist mies und der Wind kommt vom Land – also keine großen Wellen. Nach etwa 4km kehren wir zum Auto zurück und fahren zur Orkney Brewery.

Auch hier sind kaum Leute (es gibt auch nur ein Hinweisschild auf dem Weg dorthin). Aber da wir beim letzten Mal schon hier fahren finden wir den Weg recht schnell. Das Cafe ist sehr schön und wir teilen uns eine Seafood Platter und eine Brewers Platter. Das Nimbus Blonde ist lecker…

Auf dem Rückweg machen wir einen kurzen Stopp an den Stones of Stennes. Zum ersten Mal können wir unsere Wellis anziehen.

Übrigens war heute Mittag der 100. Milne Cup auf dem historischen Pickaquoy-Feld in Kirkwall – das ist das jährliche Turnier zwischen Shetland und Orkney. Die Fußball-Männer haben mit 5:1 eine schwere Niederlage kassiert. Auch die Shetland-Hockeymannschaft der Damen haben am Morgen gegen ihre Rivalen aus Orkney verloren…

 

 

 

 

 

 

 

 

Ring of Brodgar – Yesnaby – Birsay

Die Wettervorhersage für heute ist – SONNENSCHEIN. Das klingt gut, auch wenn es sehr windig ist. Wind heißt hohe Wellen – denken wir zumindest – und fahren noch einmal nach Yesnaby. Unterwegs machen wir noch einen Abstecher zum Ring of Brodgar. Es ist noch zeitig (10 Uhr) und vielleicht haben wir Glück, dass noch kein Bus am Steinkreis ist.


Und tatsächlich – einige Autos sind zwar da – aber noch keine Busse. Hier merken wir auch schon wieder eine gravierende Veränderung zu unserem letzten Besuch – der Steinkreis ist nicht mehr direkt begehbar. Ein Wall und mehrere Hinweisschilder zwingen die Besucher den Kreis nicht zu betreten.

Mhhh, sehr schade – also laufen wir außen herum. Mittlerweile ist aber schon der erste Bus angekommen und wir machen uns aus dem Staub und fahren weiter hoch nach Yesnaby.

Heute Morgen sind wir hier auch nicht mehr allein. Die Sonne scheint, es ist sehr windig – aber keine hohen Wellen. Und da kommt auch schon ein Reisebus die lange Single Track Road hinaufgefahren. Er hat kaum Platz zum Wenden und setzt dabei auch zweimal auf, bevor er eine große Reisegruppe ausspuckt… Also machen wir uns auch hier wieder auf den Weg und fahren noch weiter hoch nach Birsay.

Und wie schon fast erwartet ist auch hier der Carpark (Point of Buckquoy) vollgeparkt. Also fahren wir ein Stück zurück und parken am Anfang der Strasse.

Es ist noch Flut und daher kann man nicht auf den Brough of Birsay hinüberlaufen. Der Brough ist eine Gezeiteninsel – also bei Flut eine Insel, bei Ebbe kann er trockenen Fußes erreicht werden.

Wir laufen den Weg rechts entlang an der Küste. Wenn man Skiba Geo erreicht, gibt es dort eine Fischerhütte aus dem 19. Jahrhundert oberhalb einer steinigen Küste. Dort ist eine Treppe, die in die Klippe geschnitten ist, und Nousts – bootsförmige Vertiefungen im Boden, auf denen Fischerboote vom Ufer hochgezogen und über den Winter gelagert wurden – ganz üblich auf der windigen Orkneyinsel.

Birsay Whalebone
Etwas weiter entlang der Küste am Point of Nether Queena steht eine mysteriöse Skulptur, die mit ihren herabgekrümmten “Flügeln”, wie eine Eule im Flug aussieht. Es blickt auf das Meer hinaus und überblickt einige der rauesten Gewässer rund um die Orkneyinseln, wo sich Atlantik und Nordsee treffen. Etwa 1876 wurde am steinigen Strand in Doonagua Geo ein großer Wal an Land gespült. Der Wal war ein Glattwal, welche sich von Plankton ernähren. Man sieht die Löcher im Kieferknochen (von denen ein Teil den Stützpfosten bildet) in denen die Barten saßen. Alle Bartenwale unternehmen jahreszeitliche Wanderungen. Im Sommer halten sie sich zur Nahrungsaufnahme in kühlen Gewässern der hohen Breiten auf und wandern im Herbst in wärmere Gewässer, wo sie sich paaren und die Jungen gebären.

Wir wandern weiter an der Küste entlang in Richtung Costa Head, kehren aber irgendwann wieder um. Als wir nach ca. 8km wieder zurück am Carpark sind, ist das Wasser zurück gegangen und gibt den Betonsteg frei. Wir laufen auch hinüber und suchen Muscheln und Schnecken (wie alle anderen auch), denn wer eine der seltenen Groatie Buckies findet und sie in den Geldbeutel legt, wird ihn nie leer wiederfinden. Trivia arctica wird umgangssprachlich oft als Nördliche Kaurischnecke bezeichnet.

Am Himmel ziehen ein paar dunkle Wolken auf und da es schon später Nachmittag ist, laufen wir zurück zum Auto und fahren nach Kirkwall.
Katrin hatte Lust auch Chinesisch und daher gehen wir ins Empire Chinese Restaurant. Es ist ziemlich leer, nur ein Tisch ist besetzt. Wir werden sehr freundlich bedient und bestellen unser Menü und eine Flasche Wein. Plötzlich geht die Tür auf und innerhalb weniger Minuten sind alle Tische werden zusammengeschoben der Geräuschpegel steigt um das Zigfache – die Shetland-Fußballmannschaft ist wieder da …. dieses Mal trinken sie keine alkoholfreien Getränke mehr. Ja richtig, sie nehmen die Fähre um 23 Uhr zurück nach Lerwick 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kirkwall – Stromness

Um halb 11 können wir unseren Mietwagen abholen und so laufen wir mit unseren Rucksäcken nach Kirkwall und vertreiben uns die eine Stunde. Wir schmieden Pläne, aber das Wetter scheint es nicht so gut mit uns zu meinen. Wir fahren noch einmal zur Scapa Bay und dann weiter an der Küste bis nach Hobbister zur Waulkmill Bay.

Da es aber so sehr regnet, steigen wir nur für ein Foto kurz aus. Weiter geht es in Richtung Orphir. Earls Bu und die 1122 erbaute St Nicholas Round Kirk erkundeten wir im Regen. Erst am Houton Head wird es trockener und wir nutzen die Zeit zum Picknick an der Fähre nach Hoy, die gerade ausläuft. Nun geht es nach Stenness, zu den Standing Stones und spätestens am Ring von Brodgar stehen wir wieder im Regen.

Der Ring wurde vor 4500 Jahren errichtet. Von den ursprünglich 60 Steinen stehen noch heute 27. In 140m Entfernung steht der Comet Stone. Und dann kommt die Sonne raus!

 

 

 

Asgard B&B

Dawn Wishart, Cairston Road, Stromness KW16 3JS, +44 1856 851699
URL: Asgard B&B
double en-suite £25 pppn

8Gleich vorweg – das war unser bester B&B überhaupt. Das Haus ist nagelneu gebaut und topmodern eingerichtet. Dawn ist unheimlich nett und hilfsbereit, es macht sehr viel Spaß sichm it ihr zu unterhalten. Zum Haushalt gehören 3 Jack-Russel-Terrier (Mickey, Mouse und Max) – an Neugier nicht zu überbieten. Das Zimmer ist sehr liebevoll eingerichtet, es fehlt an nichts – auf dem Tisch steht ein Strauß frischer Rosen. Selbst im großen, modernen Bad steht ein Strauß frischer Nelken. Die große Glasdusche hat ordentlich Power – wir fühlen uns sofort unheimlich wohl. Das Frühstück können wir aus einer Karte wählen, die länger als im Hotel in Sumburgh ist – wir sitzen in der Küche an einem riesigen Tisch und plaudern, während sie das Frühstück ganz frisch zubereitet. Lecker – das gibt alle 5 Sternchen.

Evie – Costa – Finstown – Kirkwall

Es ist ein schöner Morgen, etwas kühl und wir fahren zum Loch of Swanney. Hier lassen wir das Auto stehen und gehen auf der Strasse zurück, bevor hinter einem Tor ein steiler Fußweg nach oben abzweigt.

Nach etwa 170 Höhenmetern haben wir den Costa Hill erreicht. Hier oben kann man noch die Überreste der ersten Experimente mit Windkraftanlagen auf Orkney finden. Geht man weiter über die Torfwiesen kommt man an die Steilküste. Die 125m hohe Steilküste von Costa Head zeigt sich in herrlicher Morgensonne. Nach diesen Eindrücken laufen wir zurück und fahren nach Finstown. Hier besichtigen wir Cuween Hill Cairn. Eine beindruckende Grabkammer, die man durch einen 5.5m langen Gang auf allen Vieren erreicht. Im Inneren kann man stehen, aber es ist stockdunkel. Am Eingang befindet sich eine Taschenlampe (im Holzkasten), deren Akku aber leer war.

 

Fähre Kirkwall – Aberdeen

NorthLink Ferry

ab Kirkwall   2345 Uhr
an Aberdeen   0700 Uhr

single 15.60 £ pp

Sandwick – Birsay – Marwick – Evie

Nach einem angenehmen Plausch mit Margaret verlassen wir die Farm und fahren in Richtung Birsay. Es ist noch ziemlich nebelig und so erscheint der Earls Palace in einer mystischen Atmosphäre. Wir fahren weiter bis zum Parkplatz am Brough of Birsay und laufen dann zurück. Wir erkunden den Palast und die gegenüberliegende St. Magnus Church. Durch ein kleines Tor verlassen wir den Friedhof an der Rückseite und laufen am Meer zurück zum Parkplatz. Trotz des Nebels entschliessen wir uns zum Skiba Geo zu Laufen, auch wenn wir nicht allzu viel sehen. Aber nach ein paar Minuten Rast am Walfischknochen wird es plötzlich klarer und der Leuchtturm ist zu sehen. Also gehen wir an der Bucht zurück und überqueren die dünne Stelle zum Brough of Birsay – dieser Fußpfad ist nur bei Ebbe begehbar

 

 

 

Woodwick House

Evie, Orkney, KW17 2PQ, +44 1856 751330
URL: Woodwick House
double en-suite £46 pppn

Woodwick HouseDas Woodwick House liegt romantisch in einem kleinen Park. In den Bäumen sitzen hunderte von Krähen, die man natürlich auch hört. Unser Zimmer befindet sich im Erdgeschoß – es ist ziemlich hoch und erinnert irgendwie an ein Krankenzimmer. Es ist sehr karg eingerichtet, es gibt keine Möglichkeit sich einen Tee zu kochen, es gibt keinen TV, keine Informationsmappe, die Fenster sind alt und klemmen. Das Bad ist zwar sauber, aber auch hier sieht es wie im Krankenhaus aus. Das Frühstück ist ok. Aber wir sind doch enttäuscht – für diesen Preis hatten wir mehr erwartet. Da hilft auch die idyllische Lage nichts. Es gab wesentlich bessere B&B für die Hälfte des Geldes – das Preis-Leistungsverhältnis stimmt nicht, deshalb nur 2 von 5 Sternchen.

Stromness – Yesnaby – Skara Brae – Marwick Head – Sandwick

Nach einem fantastischen Frühstück und dem bestem B&B, was wir jemals hatten fahren wir nach Stromness zum Einkaufen. Die Verpflegung fürs Wochenende ist gesichert – die Sonne scheint – es kann losgehen. Unsere erste Etappe ist Unstain Cairn, ein sehr gut erhaltenes Hügelgrab.

Von hier können wir ein paar Robben beobachten, die sich in der Morgensonne ziemlich wohlfühlen. Wir fahren zurück nach Stenness und lassen das Auto auf dem Parkplatz stehen.

Der kurzen Fußweg zum Barnhouse Village führt direkt zum Loch of Harry.

 

Auf zum nächsten Ziel: Yesnaby – eines der schönsten und attraktivsten Plätze hier auf Orkney. Der anfängliche Nebel verzieht sich bald und wir wandern vom Brough of Bigging zu Yesnaby Castle (115ft hoch).

Ist das der kleine Bruder vom Old Man of Hoy?

 

 

Hyval Farm

Mrs. Margaret Spence, North Dyke Road, Sandwick, KW16 3LS, +44 1856 841522
URL: Hyval Farm B&B
double en-suite £23 pppn

Hyval FarmWir waren die einzigsten Gäste und können uns das Zimmer aussuchen. Die Zimmer befinden sich in der ersten Etage. Margaret zeigt uns das Zimmer mit Blick aufs Meer, welches wir auch sofort nehmen. Bei schönem Wetter kann man den Old Man of Hoy sehen. Das Zimmer ist freundlich und sauber. Das Bad ist ziemlich klein – eine Dusche, die Toilette und ein kleines Waschbecken – aber ok. Es gibt einen Frühstücksraum im Erdgeschoß mit herrlicher Aussicht und wir können aus einem umfangreichen Frühstücksmenu wählen. Wir geben 3,5 von 5 Sternchen.


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